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und man pflegt ſtolz darauf zu ſein, eine furchtbare Geſchichte zuerſt erzaͤhlen zu köͤnnen; aber man fuͤhrt es noch heutiges Tages in der Umgegend als ein merkwuͤrdiges Beiſpiel weiblicher Verſchwiegenheit an, daß die Tante eine ganze Woche lang das Geheimniß bewahrte. Ploͤtzlich ward ſie von weiterem Zwange befreit, als man eines Morgens beim Fruͤhſtuͤck mel⸗ dete, das Fraͤulein waͤre nirgend zu finden. Das Schlafgemach war leer, das Bett war unberuͤhrt, das Fenſter ſtand offen und das Poͤgelein war ausge⸗ flogen.—*
Das Erſtaunen und die Bekuͤmmerniß, womit man dieſe Nachricht empfing, kann Niemand begrei⸗ fen, als wer die Bewegung geſehen hat, welche die Unfaͤlle eines großen Mannes unter ſeinen Freunden hervor bringen. Selbſt die aͤrmern Verwandten lie⸗ ßen einen Augenblick die unermuͤdliche Tellerarbeit ruhen, als die Tante, die anfangs ganz ſprachlos geweſen war, die Haͤnde rang und ausrief:„Das Geſpenſt! das Geſpenſt! Sie iſt vom Geſpenſt ent⸗ fuͤhrt worden.“
Sie erzaͤhlte mit wenigen Worten die ſchreckliche Geſchichte von der naͤchtlichen Erſcheinung im Garten, und es war ihr klar, daß der Geiſt ſeine Braut ent⸗ fuͤhrt hatte. Zwei Dienſtboten bekraͤftigten dieſe Mei⸗ nung, denn ſie hatten um Mitternacht Pſerdege⸗ trampel auf einem, den Berg hinab laufenden Wege gehoͤrt, und zweifelten nicht, es waͤre das Geſpenſt


