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Himmel und Erde, es war das Geſpenſt des Braͤu⸗ tigams! Ein lauter Schrei drang in dieſem Augen⸗ blicke in ihr Ohr, und ihre Tante, welche, von den Toͤnen der Muſik aufgeweckt, ſchweigend zu ihr an's Fenſter getreten war, fiel in ihre Arme. Als das Fraͤulein wieder hin ſah, war das Geſpenſt ver⸗ ſchwunden.
Die Tante war ſo heftig erſchrocken, daß ſie ſich kaum beruhigen ließ. Das Fraͤulein aber fand ſelbſt in dem Geſpenſte ihres Geliebten etwas, das ihr theuer war. Sie ſah ja noch den Schein von maͤnnlicher Schoͤnheit, und wenn auch der Schatten eines Mannes die Neigung eines liebekranken Maͤd⸗ chens wenig befriedigen kann, ſo iſt doch, wo das Weſen nicht mehr zu haben iſt, ſelbſt darin etwas Troͤſtliches. Die Tante mochte nie wieder in der Kammer ſchlafen, die Nichte aber war einmahl ei⸗ genſinnig, und erklaͤrte eben ſo nachdruͤcklich, ſie wuͤr⸗ de nie in einem andern Gemache des Schloſſes ſchla⸗ fen. Sie mußte alſo allein ſchlafen, aber ihre Tante mußte ihr verſprechen, nie etwas von dem Geſpenſte zu ſagen, damit man ihr nicht das einzige traurige Vergnuͤgen, das ihr auf Erden uͤbrig blieb, das Vergnuͤgen, in der Kammer zu ſchlafen, die ihres Geliebren ſchuͤtzender Schatten bewachte, rauben moͤchte.
Wie lange die gute alte Tante jenes Verſpre⸗ chen gehalten ha ben wuͤrde, iſt ungewiß; denn ſie ſprach fuͤr ihr Leben gern von wunderbaren Dingen, 10


