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Erzählungen / von Washington Irwing. Aus d. Engl. übers. von W. A. Lindau
Entstehung
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herrn, und als die Geſchichte zum Schluſſe ging, erhob er ſich allmaͤhlig von ſeinem Sitze, und ward immer laͤnger, bis er in den Augen des entruͤſteten Freiherrn ſich faſt zu Rieſengroͤße erhob. Die Er⸗ zaͤhlung war zu Ende, da ſeufzte er tief, und nahm feierlich Abſchied von der Geſellſchaft. Alle waren erſtaunt, und der Freiherr wie vom Donner getrof⸗ fen. Wie! um Mitternacht wollte der Gaſt das Schloß verlaſſen, wo alles zu ſeinem Empfange ein⸗ gerichtet, wo eine Kammer fuͤr ihn bereit war, wenn er allein ſein wollte?

Der Fremde ſchuͤttelte traurig und geheimnißvoll den Kopf.Ich muß, ſprach er, mein Haupt dieſe Nacht in einer ganz andern Kammer niederlegen.

Es war etwas in dieſer Antwort, und dem To⸗ ne, worin ſie ausgeſprochen ward, das bange Ah⸗ nungen in dem Freiherrn erweckte; aber er nahm ſeinen Muth zuſammen und wiederhohlte ſeine gaſt⸗ freundlichen Bitten. Der Fremde ſchuttelte ſchwei⸗ gend, aber entſchieden, den Kopf bei jedem Aner⸗ bieten und der Geſellſchaft ein Lebewohl zuwinkend, ging er langſam mit großen Schritten aus dem Saa. le. Die Tanten waren ganz verſteinert; die Braut ließ das Haupt ſinken und eine Thraͤne ſtahl ſich in ihr Auge.

Der Freiherr folgte dem Fremden in den großen Burghof, wo der Rappe den Boden ſtampfte und ungeduldig ſchnanbte. Als ſie zum Burgthore gekom⸗