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Erzählungen / von Washington Irwing. Aus d. Engl. übers. von W. A. Lindau
Entstehung
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geſchlagenheit, je naͤher die Nacht anruͤckte, und ſo

ſeltſam es ausſehen mag, ſelbſt des Freiherrn Scherze

ſchienen ihn nur ſchwermuͤthiger zu machen. Er war zuweilen in Gedanken verloren und zuweilen verrieth ein verwirrter, unruhig umherſchweifender Blick das bekuͤmmerte Gemuͤth. Seine Unterhaltung mit der Braut ward immer ernſter und geheimnißvoller. Truͤbe Wolken ſtahlen ſich ſchon auf ihre lieblich hei⸗ tere Stirne und ein Zittern flog durch ihre zarten Glieder. 5

Alles dieß konnte der Geſellſchaft nicht entge⸗ hen. Ihre Froͤhlichkeit wurde durch den unbegreiflichen Truͤbſinn des Braͤutigams abgekuͤhlt, ihre Stim⸗ mung ward allmaͤhlig davon angeſteckt, man fliſterte unter einander und blickte ſich an, zog die Achſeln und ſchuͤttelte den Kopf. Geſang und Gelaͤchter lie⸗ ßen allmaͤhlig nach; es entſtanden truͤbſelige Pauſen in der Unterhaltung, und endlich kamen ſeltſame Geſchichten und Geiſterſagen. Eine ſchreckliche Ge⸗ ſchichte folgte der andern, und der Freiherr er⸗ ſchreckte die Frauen faſt bis zu Kraͤmpfen, als er von dem geſpenſtiſchen Reiter erzaͤhlte, der die ſchoͤ⸗ ne Leonore entfuͤhrte; eine ſchreckliche aber wahre Geſchichte, welche ſeitdem in treffliche Reime ge⸗ bracht, von der ganzen Welt geleſen und geglaubt wird.

Der Braͤutigam horchte mit geſpannter Auf⸗ merkſamkeit. Er heftete ſein Auge veſt auf den Frei⸗

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