Panzer, zerſplitterte Turnierlanzen und zerriſſene Banner waren mit der Jagdbeute untermengt; Wolfs⸗ kinnbacken und Eberzaͤhne grinſten furchtbar unter Armbruſten und Streitaͤrten, und zufaͤllig ſtand ein machtiges Hirſchgeweih uͤber dem Kopfe des jungen Braͤutigams.
Der Fremde achtete nur wenig auf die Geſell⸗ ſchaft, oder auf das Gaſtmahl. Er koſtete kaum von den Schuͤſſeln, und ſchien ganz in die Bewunderung ſeiner Braut verloren zu ſein. Mit leiſem, unver⸗ nehmlichen Tone unterhielt er ſich mit ihr; denn die Sprache der Liebe iſt nie laut, aber kein weibliches Ohr iſt ſo ſtumpf, daß es nicht auch das leiſeſte Ge⸗ fliſter des Geliebten vernaͤhme. Es war in ſeinem Benehmen jene Miſchung von Zaͤrtlichkeit und Ernſt, die einen maͤchtigen Eindruck auf das Fraͤulein zu machen ſchien. Sie erroͤthete und erblaßte wechſelnd, als ſie mit großer Aufmerkſamkeit ihm zuhoͤrte. Zu⸗ weilen antwortete ſie mit Erroͤthen, und ſo oft er ſein Auge abgewendet hatte, warf ſie einen Seiten⸗ blick auf ſeine anziehenden Zuͤge, und ein leiſer Seuf⸗ zer verrieth, daß zaͤrtliche Gefuͤhle ſie begluͤckten. Die jungen Leute waren augenſcheinlich ganz verliebt in einander, und hatten nach der Erklaͤrung der beiden Tanten, die in den Geheimniſſen des Herzens ſehr bewandert waren, auf den erſten Blick ſich lieben gelernt. 1


