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Erzählungen / von Washington Irwing. Aus d. Engl. übers. von W. A. Lindau
Entstehung
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barg; denn er war ein leidenſchaftlicher Bewunderer der Schoͤnen, und hatte in ſeinem Weſen einen An⸗ flug von Schwaͤrmerei und Unternehmungſinn, der ihn zu allen ſonderbaren Abenteuern geneigt machte.

Vor ſeiner Abreiſe traf er mit den frommen Kloſterbruͤdern die noͤthigen Vorkehrungen zu dem feierlichen Begraͤbniſſe ſeines Freundes, der in der Domkirche zu Wirzburg, neben einigen erlauchten Ver⸗ wandten begraben werden ſollte, und das trauernde Gefolge des Grafen uͤbernahm die Beſorgung der Leiche..

Es iſt nun hohe Zeit, in die Burg, wo man ungeduldig auf den Gaſt und noch ungeduldiger auf das Mittageſſen wartete, zuruͤck zu kehren, und nach dem würdigen kleinen Freiherrn zu ſehen, den wir auf dem Wartthurme verließen.

Die Nacht daͤmmerte, aber kein Gaſt erſchien. Der Freiherr ſtieg untroͤſtlich vom Thurme. Das Gaſtmahl, womit man von Stunde zu Stunde ge⸗ wartet hatte, konnte nicht laͤnger aufgeſchoben wer⸗ den. Die Speiſen waren bereits uͤbergahr, der Koch war in Todesangſt, und alle Hausgenoſſen ſahen aus, wie eine verhungerte Beſatzung. Der Freiherr mußte wider Willen Befehl geben, das Gaſtmahl ohne den Gaſt anzufangen. Alle ſaßen an der Ta⸗ fel und wollten eben beginnen, als der Ton eines Hornes vor dem Burgthore einen Fremden ankuͤn⸗ digte. Noch einmahl wiederhallte der Ton in den