— 134—
unmöoͤglich geworden. Er war zwar nicht der feurigſte
Liebhaber, doch der puͤnktlichſte Mann, und an der ſchnellen und hoͤflichen Ausrichtung ſeines Auftrages ſchien ihm viel zu liegen.„Geſchieht es nicht, ſprach er, ſo werde ich nicht ruhig in meinem Grabe ſchlafen.“ Er wiederhohlte dieſe Worte mit beſonde⸗ rer Feierlichkeit. Eine Bitte, die unter ſo ergrei⸗ fenden Umſtaͤnden ausgeſprochen wurde, ließ ſich nicht abweiſen. Starkfauſt ſuchte ihn zu beruhigen, verſprach ihm die Erfuͤllung jenes Wunſches und gab ihm die Hand zum Unterpfande der feierlichen Zuſa⸗ ge. Der Sterbende druͤckte ihm dankbar die darge⸗ reichte Hand, fiel aber bald in Raſerei, ſprach von ſeiner Braut, ſeiner Verpflichtung, ſeinem gegebe⸗ nen Worte, foderte ſein Pferd, um auf die Burg Landſchort zu reiten, und ſtarb, als er im Irrſinn ſich auf den Sattel zu ſchwingen glaubte.
Starkfauſt weihte dem fruͤhen Tode ſeines Waf⸗ fengefaͤhrten einen Seufzer und eine Kriegsmanns⸗ thraͤne, und dachte dann an den wunderlichen Auf⸗
trag, den er uͤbernommen hatte. Er war bekummert und verlegen bei dem Gedanken, ſich als ungebetener
Gaſt unter feindlich geſinnten Menſchen zu zeigen, deren froͤhlichen Muth er durch eine, ihre Hoffnungen zerſtoͤrende Botſchaft daͤmpfen ſollte. Es regte ſich aber leiſe in ſeiner Bruſt die Neugier, dieſe weit beruͤhmte Schoͤnheit von Katzenellenbogen zu ſehen, die man ſo vorſichtig vor den Augen der Welt ver⸗


