Windſtoße, der heulend durch die Baͤume fuhr, den Heſſen zu hoͤren glaubte, der auf ſeinem naͤchtlichen Streifzuge daher ſprengte..
Doch alles dieß waren nur naͤchtliche Schreckniſſe, Spukgeſtalten, welche die im Finſtern wandelnde Seele faßten, und wiewohl er viele Geſpenſter in ſeinem Leben geſehen hatte, und mehr als einmahl auf ſeinen einſamen Wanderungen vom Satan in verſchiedenen Geſtalten war angefallen worden, ſo machte doch der Tag allen Uebeln ein Ende, und er wuͤrde, trotz dem Teufel und ſeinen Werken, ein fioh⸗ liches Leben gefuͤhrt haben, wenn nicht ſeinen Pfad ein Weſen durchkreuzt haͤtte, das die Menſchen mehr verwirret, als Geſpenſter, Kobolde, und die ganze Sippſchaft aller Heren zuſammen, und dieß war— ein Weib.
Unter den Schuͤlerinnen, die einmahl woͤchentlich Unterricht im Pſalmenſingen erhielten, war Katharina Van Taſſel, das einzige Kind eines angeſehenen nie⸗ derlaͤndiſchen Gutsbeſitzers. Sie war ein bluͤhendes Maͤdchen, kaum achtzehn Jahre alt, fleiſchig wie ein Rebhuhn, reif, ſchmelzend und roſenwangig, wie eine, von ihres Vaters Pfirſchen, und allgemein be⸗ ruͤhmt, nicht bloß ihrer Reize, ſondern auch ihrer großen Ausſichten wegen. Sie war bei dem allen ein bischen gefallſuͤchtig, was ſelbſt ihr Anzug ver⸗ rieth, der ein Gemiſch von alter und neuer Sitte war, wie es am beſten paßte, ihre Reize hervor zu


