— 11—
gungen zur Heiterkeit, nicht taͤuſchen. Vergebens bot ſie ihre Munterkeit, ihre zaͤrtlichen Liebkoſungen auf, um ihn dem Gluͤcke wieder zu gewinnen; ſie druͤckte den Pfeil nur tiefer in ſeine Seele. Je mehr er ſah, wie viel Urſache er hatte, ſie zu lieben, deſto quaͤ⸗ lender war ihm der Gedanke, daß er ſie bald un⸗ gluͤcklich machen ſollte. Wie lange dauert es noch, dachte er, und das Laͤcheln verſchwindet von dieſer Wange, der Geſang erſtirbt auf dieſen Lippen, der Strahl dieſer Augen wird durch Kummer getruͤbt, und das Herz, das jetzt leicht in dieſem Buſen ſchlaͤgt, wird, wie das meinige, durch die Sorgen und den Jammer dieſer Welt niedergedruͤckt.
Endlich kam er eines Tages zu mir, und mit dem Tone der tiefſten Verzweiflung entdeckte er mir ſeine ganze Lage. Als ich ihn angehoͤrt hatte, fragte ich: Und weiß ihre Frau alles dieß?
Er brach in Thraͤnen aus.„Um Gottes Willen, ſprach er, wenn Sie Mitleid mit mir haben, ſo er⸗ innern Sie mich nicht an meine Frau; der Gedanke an die Ungluͤckliche bringt mich faſt zum Wahnſinn.“
Und warum ſollte ich's nicht? war meine Ant⸗ wort. Sie muß es doch fruͤher, oder ſpaͤter erfahren. Es laͤßt ſich ihr nicht verbergen, und die Nachricht könnte ihr auf eine ſchreckendere Weiſe mitgetheilt werden, als es aus dem Munde ihres Gatten geſche⸗ hen wuͤrde; denn die Stimme unſerer Lieben weiß
die haͤrteſte Botſchaft zu mildern. Sie rauben ſich


