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Erzählungen / von Washington Irwing. Aus d. Engl. übers. von W. A. Lindau
Entstehung
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ruhigt und aufrichtet, und weil ſeine Selbſtachtung lebendig bleibt, wenn er findet, daß es zwar aus⸗ waͤrts nur Finſterniß und Demuͤthigung fuͤr ihn gibt, aber daheim noch eine kleine Welt der Liebe iſt,

worin er herrſcht. Der ledige Mann hingegen kann

leicht ſich verleiten laſſen, in ein wuͤſtes Leben und Selbſtvernachlaͤſſigung zu gerathen, ſich fuͤr einſam und verlaſſen zu halten, und ſein Herz kann zu Grunde gehen, wie ein veroͤdetes Haus, weil es keinen Bewohner hat.

Dieſe Bemerkungen erinnern mich an eine haͤus⸗ liche Geſchichte, wovon ich einſt Zeuge war. Mein ver⸗ trauter Freund, Leslie, hatte eine ſchoͤne und hoch gebildete Jungfrau geheirathet, die mitten in der feinen Welt aufgewachſen war. Sie hatte freilich kein Vermoͤgen, mein Freund war aber ſehr reich, und es begluͤckte ihn im Voraus der Gedanke, ihr in al⸗ len Wuͤnſchen, wozu die feinere Weltſitte reizt, ent⸗ gegen zu kommen, und alle jene zarten Neigungen und Launen zu befriedigen, die eine Art von Zauber uͤber die Frauen breiten.Ihr Leben, ſrac er, ſoll wie ein Feenmaͤhrchen ſein.

Selbſt die Verſchiedenheit ihrer beiderſeitigen Ge⸗ muͤthsart fuͤhrte zu einer eintraͤchtigen Verbindung. Er war von ſchwaͤrmeriſcher, faſt ernſter Stimmung, ſie ganz Leben und Froͤhlichkeit. Ich war oft Zeuge des ſtummen Entzuͤckens, womit er auf ſie in einer Geſellſchaft blickte, deren Freude ſie durch ihre Mun⸗