Ich brachte mehrere Tage damit zu, daß ich in der Gegend umherirrte, wo ich meine Knabenjahre verlebt hatte, theils, weil ich gradezu nicht wußte, was ich beginnen ſollte, theils weil ich nicht wußte, ob ich ſie je wieder ſehen wuͤrde. Ich hing an ihnen, wie Jemand ſich an ein Wrack haͤngt, obgleich er wol weiß, daß er am Ende ſich losreißen und ſchwim⸗ men muß, um ſein Leben zu retten. Ich ſetzte mich auf einen kleinen Huͤgel im Angeſicht meines vaͤterlichen Hauſes, wagte es aber nicht, mich die⸗ ſem zu naͤhern, denn ich fuͤhlte bittere Reue uͤber den Leichtſinn, womit ich mein Vermoͤgen hatte dar⸗ auf gehen laſſen. Konnte man mich wol tadeln, da ich die Ausſicht auf die reichen Beſitzungen mei⸗ nes alten Knickers von Oheim gehabt hatte? Der neue Beſitzer des Gutes nahm große Ver⸗ aͤnderungen damit vor. Das Haus war beinahe ganz neu gebaut. Die Baͤume, welche darunter ſtanden, waren niedergehauen, meiner Mutter Blu⸗ mengarten in einen Raſenplatz verwandelt worden — alles war veraͤndert. Ich wandte mich ſeufzend davon ab, und ſchlenterte nach einer andern Ge⸗ gend hin. G Wie nachdenklich etwas Ungluͤck macht! Ich kam im Angeſicht des Schulhauſes an, wo ich ſo oft fuͤr die Sache der Weisheit gepruͤgelt worden
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


