Teil eines Werkes 
2. Bd. (1825)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Beiſtand erhalten koͤnnen. Eine Welle der Ver wandtſchaft nach der andern war zuruͤckgetreten, und ich als ein bloßes Wrack auf dem Strande geblie⸗ ben. Ich laſſe mich ſonſt nicht ſo leicht nieder ſchlagen, fuͤhlte mich aber dießmal doch ſehr muth⸗ los. Ich konnte weder in meiner Lage fortleben, noch hatte ich uͤberhaupt einen Begriff, wie ich wei⸗ ter fortkommen ſollte. Ich mußte itzt Geld aufzu⸗ bringen ſuchen. Dieſer Gedanke war mir neu und fremd. Es war, als ob man mir zugemuthet haͤtte, den Stein der Weiſen zu entdecken. Ich hatte nie anders an Geld gedacht, als um die Hand in die Taſche zu ſtecken, und es herauszunehmen, oder, wenn keines darin war, zu warten, bis ich neuen Zuſchuß vom Hauſe bekaͤme. Ich hatte das Leben fuͤr weiter nichts angeſehen, als fuͤr einen Zeitraum, den man mit Genuͤſſen ausfuͤllen muͤſſe; es aber in lange und muͤhſelige Stunden und Tage ſich theilen zu ſehen, nur deßwegen, um darin Brot zu erwerben und neue Kraͤfte zu gewinnen, ſich aber⸗ mals zu plagen zu arbeiten, um ein Leben voll Arbeit zu verlaͤngern, war mir neu und ein furcht⸗ barer Gedanke. Dieß mag Manchem ganz ge⸗ woͤhnlich ſcheinen, allein jeder arme Wicht in mei⸗

ner Lage, der das Ungluͤck gehabt hat, zu großen Ausſichten geboren zu werden, wird mich verſtehen.