Teil eines Werkes 
1. Bd. (1825)
Entstehung
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Ich konnte nicht ſchlafen. Die Erinnerung an die letzten Augenblicke meines Oheims, und die furcht⸗ baren Toͤne um das Haus, erſchuͤtterten mein Ge⸗

muͤth. Dazu kamen die Plaͤne, welche ich fuͤr die

Zukunft machte, und ſo lag ich denn den groͤßten Theil der Nacht uͤber ſchlaflos da, und uͤberließ mich dem poetiſchen Vorgefuͤhl, wie bald ich dieſe alten Mauern von froher Luſt ertoͤnen und wie ich die Gaſtfreiheit der Ahnen meiner Mutter wieder aufleben laſſen wollte.

Das Begraͤbniß meines Oheims war anſtaͤndig, aber ohne Aufſehen. Ich wußte, daß Niemand ſein Andenken ehrte, und wollte nicht, daß Jemand bei ſeiner Beerdigung laͤcheln und bei ſeinem Grabe froh ſeyn ſollte. Er ward in der Kirche des benachbar⸗

ten Dorfes beigeſetzt, obgleich es nicht der Begraͤb:

nißort ſeines Stammes war, allein er hatte aus⸗ druͤcklich verordnet, daß man ihn nicht bei ſeiner Familie begraben ſollte. Er hatte bei ſeinem Leben mit den meiſten Gliedern derſelben Streit gehabt, und nahm ſeine Erbitterung mit in das Grab. Ich beſtritt die Koſten des Begraͤbniſſes aus meinem eigenen Beutel, damit ich auf einmal aus

den Haͤnden der Leichenbeſtatter kaͤme, und dieſe

Unheil⸗verkuͤndenden Voͤgel aus dem Gehöft los wuͤrde. Ich lud den Pfarrer des Kirchſpiels und den Dorf⸗Rechtsgelehrten ein, ſich am naͤchſten Morgen in dem Hauſe einzufinden, und der Er⸗ oͤffnung des Teſtaments beizuwohnen. Ich ſetzte ihnen ein treffliches Fruͤhſtuͤck vor, eine Verſchwen⸗ dung, die man ſeit vielen Jahren in dieſem Hauſe nicht

ge⸗