augenſcheinlich Vergnuͤgen, denn dann und wann
flog, wenn er auf mich blickte, ein ſchwaches Laͤ⸗ cheln uͤber ſein Geſicht, und er wies, mit matter Geberde, auf das verſiegelte Kaͤſtchen, das auf dem Tiſche ſtand. Als der Tag ſchwand, ſchien auch ſein Leben zu ſchwinden. Gegen Sonnenuntergang
ſank ſeine Hand auf das Bett und blieb unbeweg.
lich liegen, ſeine Augen brachen, ſein Mund blieb offen, und ſo verſchied er.
Das Abſterben meines letzten Verwandten machte einen tiefen Eindruck auf mich. Ich vergoß eine Thraͤne wahrer Trauer am Lager dieſes alten Man⸗ nes, der ſein einziges guͤtiges Laͤcheln gegen mich
bis zu ſeinem Sterbebette aufgeſpart hatte, wie die
Abendſonne nach einem truͤben Tage noch einmal ſcheint, um dann in Dunkel unterzugehn. Ich uͤberließ die Sorge fuͤr den Leichnam den Dienſtbo⸗ ten, und begab mich zur Ruhe.
Es war eine ſtuͤrmiſche Nacht. Der Wind ſchien das Requiem fuͤr meinen Oheim um deſſen Wohnung anzuſtimmen, und die Schweißhunde heulten, als ob ſie von dem Tode ihres alten Herrn etwas gewußt haͤtten. Der eiſerne Johann goͤnnte mir beinahe das Talglicht nicht, das in meinem Zimmer brannte, und deſſen oͤdes Dunkel erhellte, ſo gewoͤhnt war er an die hungrige Sparſamkeit.


