355
reichte, erblickte ich meine Geliebte und ihre Tante, wie ſie auf das, was ihnen Sachariſſa zufluͤſterte, aufmerkſam hoͤrten, ſah, wie die alte Dame Haͤnde und Augen emporhob, und glaubte, im Geſicht der Juͤngeren einen unausſprechlichen Hohn zu leſen. Ich mochte nichts mehr ſehen, ſondern war in zwei Saͤtzen die Treppe hinab. Am naͤchſten Mor⸗ gen trat ich, vor Sonnenaufgang, meinen Ruͤckzug an, und fuͤhlte nicht eher das Erroͤthen von meinen gluͤhenden Wangen verſchwinden, als bis ich die alten Thuͤrme der Kathedrale aus dem Geſicht ver⸗ loren hatte.
Gedankenvoll und muthlos kehrte ich nach der Hauptſtadt zuruͤck. Mein Geld war beinahe aus⸗ gegeben, denn ich hatte ſehr gut und ohne Berech⸗ nung anzuſtellen gelebt. Der Traum der Liebe war voruͤber und das Reich des Vergnuͤgens zu Ende. Ich beſchloß, mich einzuſchraͤnken, ſo lange mir noch etwas uͤbrig blieb, verkaufte meine Equipage und Pferde fuͤr die Haͤlfte ihres Werths, ſteckte das Geld ruhig in die Taſche, und ging zu Fuße. Ich hatte keinen Zweifel, daß ich, bei meinen gro⸗ ßen Ausſichten, zu jeder Zeit entweder von Wu⸗ cherern oder von Freunden Geld erhalten koͤnnte, allein ich war gegen Beides eingenommen, und ent⸗ ſchloſſen, durch ſtrenge Wirthſchaft, ſo lange aus


