Teil eines Werkes 
1. Bd. (1825)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

354

ſchon darauf vor, mich an einem meiner guten Ge⸗ danken nach gemachtem Umlaufe abermals zu er⸗ getzen. Ich ſchritt alſo langſam den Saal hinauf, laͤchelte jede Dame an, als ich bei ihr voruͤberging, und ward richtig von jeder wiederum angelaͤchelt und bekichert. Ich naͤherte mich der Gruppe, laͤ⸗ chelte und griff mir an das Kinn, wie Jemand, der voll von Selbſtgefaͤlligkeit und ſicher iſt, gut auf⸗ genommen zu werden. Der Kreis kleiner Schoͤ⸗ nen oͤffnete ſich, als ich naͤher trat.

Himmel und Erde! wen erblickte ich in ihrer Mitte? meine fruͤhe und grauſame Liebe, jene ewige Sachariſſa! Sie war allerdings itzt zur vollen Bluͤthe weiblicher Schoͤnheit herangewachſen, verrieth aber durch ihre hoͤchſt anzuͤgliche ſpoͤttiſche Miene, da ſie ſich meiner und der laͤcherlichen Zuͤchtigungen, zu denen ſie zweimal Veranlaſſung gegeben barte voll⸗ kommen erinnere.

Ich ſah auf einmal die niederſchmetternde Ge⸗

walt der Laͤcherlichkeit, welche mich bedrohte. Mir

ſank der Muth. Die Flamme der Liebe erloſch ploͤtzlich in meinem Buſen, oder ward durch das uͤberwaͤltigende Gefuͤhl der Scham erſtickt. Wie ich den Saal wieder hinunterkam, weiß ich nicht,

ich glaubte Jedermann uͤber mich kichern zu hoͤren. Gerade in dem Augenblick, wo ich die Thuͤr er⸗