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Wahrheit zu ſagen, trug die Tante bei ihrer Rolle etwas zu ſtark auf, und hatte mich etwas zu augenſcheinlich gern. Ich wußte, daß alte Tanten von den bloß perſoͤnlichen Verdienſten der Bewun⸗ derer ihrer Nichten nicht ſo leicht angezogen wer⸗ den, und ſo wuͤnſchte ich denn, genau zu wiſſen, wie viel von dieſer Gunſt ich dem Umſtande ver⸗ dankte, eine eigene Equipage und große Ausſichten zu haben.
Man hatte mir mehrere Winke gegeben, wie ungemein reizend ihr Geburtsort im Sommer ſey, welche angenehme Geſellſchaft man dort habe, welche ſchoͤne Ausfluͤge man in die Gegend machen koͤnne. Kaum waren ſie einige Zeit zu Hauſe geweſen, als ich in großem Staate erſchien, und die Hauptſtraße hinunter fuhr. Am andern Morgen war ich bei dem Morgengottesdienſte, und ſaß mit der Stadt⸗ ſchoͤnheit in Einem Stuhle. Nach dem Gottesdienſte hoͤrte man uͤberall in den Seitengaͤngen ſich zufluͤſtern: „wer iſt das?“ und„was iſt er?“ und die Antwort war wie gewoͤhnlich:„ein junger Mann von guter Familie und Vermoͤgen, und von großen Ausſichten.“
Die Eigenthuͤmlichkeiten des hochwuͤrdigen klei⸗ nen Ortes machten einen großen Eindruck auf mich. Eine Kathedrale mit allen dazu gehoͤrigen Perſonen und Einrichtungen giebt ein Bild aus anderer Zeit und


