von einer ganz verſchiedenen Ordnung der Dinge. Es iſt ein ehrwuͤrdiges Ueberbleibſel aus einem poe⸗
tiſchen Zeitalter. Noch immer ſchwebt das Still⸗
ſchweigen und die Feierlichkeit des Kloſters darum her. In dem gegenwaͤrtigen Falle, wo die Kathe⸗ drale groß und die Stadt klein war, trat der Ein⸗ fluß derſelben noch mehr hervor. Der feierliche Prunk des Gottesdienſtes, der taͤglich zweimal ge⸗
halten wurde, mit den großartigen Toͤnen der Or⸗ gel und den Stimmen der Chorknaben, welche in
dem praͤchtigen Gebaͤude ertoͤnten, verbreitete gleichſam einen fortwaͤhrenden Sabbath uͤber den Ort. Dieſe beſtaͤndige Gottesverehrung, welche ſo fortdauerte, als ob ſie von der Welt ganz unabhaͤngig waͤre, dieß taͤgliche Darbringen von Wohllaut und Lob, das wie Weihrauch vom Altare empor ſtieg, hatte eine maͤchtige Wirkung auf meine Einbildungkraft. Die Tante fuͤhrte mich in ihre Coterie ein,
welche aus Familien zuſammengeſetzt war, die mit
der Kathedrale in Verbindung ſtanden, und Andern, die ſich zwar in maͤßigen Gluͤcksumſtaͤnden befan⸗ den, aber ſehr achtbar waren, und ſich unter die Fluͤgel der Kathedrale begeben hatten, um mit maͤ⸗ ßigen Koſten in guter Geſellſchaft zu leben. Es war ein gewaltig ariſtokratiſcher kleiner Zirkel, der in ſeinen Verbindungen mit Andern ſehr eigen, und
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