— 352—
Fort ſtaͤrmten ſie in Windes⸗Eile, den großen Weg hinab, über die Plaza Nueva, den Zacatin entlang, um die Vivairambla— nie flogen Jäger und Hund ſo pfeilſchnell dahin oder machten einen ſo hölliſchen Lärm. Vergebens rief der Mönch jeden Heiligen des Kalenders an, und die gebenedeite Jungfrau obendrein; ſo oft er einen Namen dieſer Art nannte, wirkte es wie ein fri⸗ ſcher Spornſtoß und verurſachte, daß der Belludo einen haushohen Satz machte. Den übrigen Theil der Nacht bindurch wurde der unglückliche Pater Simon dahin und dorthin und wohin er nicht wollte geführt, bis jeder Knochen an ſeinem Leib mürb war und er ſich zu er⸗ bärmlich wund geritten hatte, als daß man deſſen ge⸗ denken möchte. Wieder ging es über die Vivairambla, den Zacatin, die Plaza Nueva und den Brunnenweg, und die ſleben Hunde heulten und bellten und ſprangen empor und ſchnappten nach den Ferſen des erſchreckten Paters. Der erſte Morgenſtrahl ſchoß eben empor, als ſte den Thurm erreichten; hier ſchlug das Koboldpferd kräftig hinten aus und ſchickte den Mönch mit einem Burzelbaum durch die Luft und ſtürzte, gefolgt von der hölliſchen Menute, in das dunkle Gewölbe und ein tiefes Schweigen folgte dem eben noch ſo betäubendem Lärm.
Iſt jemals einem Mönch ſolch ein verteufelter Streich geſpielt worden? Ein Bauer, der mit der Dämmerung an ſeine Arbeit ging, fand den unglücklichen Pater Simon am Fuß des Thurms unter einem Feigenbanme liegen, aber ſo zerquetſcht und zerſchellt, daß er weder ſprechen noch ſich regen konnte. Er wurde mit aller Sorgfalt und Aufmerkſamkeit in ſeine Zelle geführt und


