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Die Alhambra, oder das neue Skizzenbuch / von Washington Irving
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das Gerücht verbreitete ſich, Räuber haͤtten ihn ange⸗ griffen und mißhandelt. Ein oder zwei Tage vergingen, ehe er wieder zum Gebrauch ſeiner Glieder kam; er tröſtete ſich mittlerweile mit dem Gedanken, daß er, ob⸗ gleich ihm das Maulthier mit dem Schatz entgangen war, doch vorlänfig einen guten Theil von der heidni⸗ ſchen Beute wegbekommen hätte. Als er ſich wieder bewegen konnte, war es ſeine erſte Sorge, unter ſeinem Lager zu ſuchen, wo er den Myrthenkranz und die le⸗ dernen Beutel mit Gold, die er der Frömmigkeit der Frau Sanchez abgezwungen, verborgen hatte. Wie groß war aber ſein Jammer, als er ſah, daß der Kranz wirklich nur ein verwelkter Myrthenkranz und die leder⸗ nen Beutel mit Sand und Geröll gefüllt waren!

Pater Simon hatte bei all ſeinem Schmerze die Klugheit zu ſchweigen, da das Verrathen des Geheim⸗ niſſes ihn bei dem Publikum nur lächerlich gemacht und die Strafe ſeines Vorgeſetzten auf ihn herabgezogen hätte: erſt viele Jahre ſpäter, auf ſeinem Todesbett, ent⸗ deckte er ſeinem Beichtvater ſeinen nächtlichen Ritt auf dem Belludo.

Von Lope Sanchez hörte man lange nach ſeinem Abzug aus der Alhambra durchaus nichts. Man erin⸗ nerte ſich ſeiner ſtets gern als eines fröhlichen Genoſſen, obgleich man aus dem Gram und der Schwermuth, welche er kurz vor ſeiner geheimnißvollen Abreiſe in ſeinem Benehmen zeigte, ſchließen zu müſſen glaubte, Armuth und Unglück habe ihn zu einem verzweifelten

Entſchluß gebracht. Einige Jahre ſpäter wurde einer 44 47. 23