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Die Alhambra, oder das neue Skizzenbuch / von Washington Irving
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Als die Dame dieſe Worte geſprochen hatte, führte ſte das Kind weiter zu dem kleinen Garten der Linda⸗ raxa, der nahe bei dem Gewölbe der Statüen iſt. Der Mond zitterte auf, den Wellen des einſamen Brunnens in der Mitte des Gartens und goß ein zartes Licht auf die Orangen⸗ und Eitronenbäume. Die ſchöne Dame riſt einen Myrthenzweig ab und flocht ihn um den Kopf des Kindes. ⸗Laß dir dies ein Andenken an das ſeyn,⸗ ſagte ſie,«was ich dir entdeckt habe, und ein Beweis von deſſen Wahrheit. Meine Stunde iſt gekommen— ich muß in den bezauberten Saal zurückkehren: folge mir nicht, damit dir kein Unglück begegne— lebe wohl. Gedenke meiner Worte und laß Meſſen für meine Erlö⸗ fung leſen.» Bei dieſen Worten ging die Dame in ei⸗ nen dunkeln Gang, der unter den Thurm des Comares führte und war nicht mehr zu ſehen.

Aus den Hütten unten an der Alhambra, in dem Darrothale, wurde jetzt das Krähen eines Hahnes ſchwach gehört und ein blaſſer Lichtſtreifen begann ſich über den öſtlichen Bergen zu zeigen. Ein leichter Wind erhob ſich und es klang wie das Raſcheln dürrer Blätter in den Höfen und Gängen, und Thüre um Thuüre ſchloß ſich mit knarrendem Tone.

Sanchica kehrte durch die Räͤume zurüͤck, welche ſie vor kurzem noch mit der Schattenmenge angefüllt ſah, aber Boabdil und ſein Scheinhof waren verſchwunden. Der Mond ſchien in leere Säle und Galerien, ihres vorübergehenden Glanzes beraubt, befleckt und von der Zeit verderbt und mit Spinnengewebe behangen. In