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Die Alhambra, oder das neue Skizzenbuch / von Washington Irving
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guis,*) wie in den alten Zeiten der Mauren; und an dem obern Ende des Sals der Gerechtigkeit ſaß Boab⸗ dil auf ſeinem Throne, von ſeinem Hofe umgeben und dieſe Nacht einen Schattenſcepter ſchwingend. Ungeach⸗ tet dieſes Gedrängs und ſcheinbaren Durcheinanders, war keine Stimme, kein Fußtritt zu hören; nichts un⸗ terbrach das mitternächtige Schweigen als das Pläͤtſchern der Brunnen. Die kleine Sanchica folgte ihrer Fuͤhrerin in ſtummem Staunen durch den Palaſt, bis ſie an ein Thor kamen, welches zu den gewölbten Gängen unter dem großen Thurm des Comares führte. An jeder Seite des Thores ſaß die Geſtalt einer Nymphe von Alaba⸗ ſter. Ihre Köpfe waren ſeitwärts gewendet und ihre Blicke auf dieſelbe Stelle in dem Gewölbe gerichtet. Die bezauberte Dame ſtand ſtill und winkte das Kind zu ſich. «Hier,» ſagte ſle, iſt ein großes Geheimniß und ich will es dir zum Lohn für deine Treue und deinen Muth ent⸗ hüllen.“ Dieſe verſchwiegenen Statüen bewachen einen großen Schatz, den ein alter Maurerkoͤnig hier verbor⸗ gen hat. Sage deinem Vater, er ſoll die Stelle ſuchen, auf welche ihre Augen gerichtet ſind und er wird etwas finden, das ihn reicher machen wird als irgend ein Mann zu Granada iſt. Deine unſchuldigen Hände aber allein können, da du auch in dem Beſitze des Talismans biſt, den Schatz heben. Heiß deinen Vater ihn klug anwen⸗ den und einen Theil davon zum Leſen täglicher Meſſen für die Befreiung meiner Seele aus dieſem unheiligen Sauber beſtimmen.“»

* Mauriſche Prieſter.