im tiefen und angenſcheinlich bezauberten Schlaf begra⸗ ben und das Schattengepränge ſchwebte geräuſchlos mit fliegendem Banner und ſtattlicher Haltung an ihnen vor⸗ über. Sanchica wäre gern gefolgt; aber zu ihrem Stau⸗ nen ſah ſte in dem Thurm eine Oeffnung in der Erde, welche in die Tiefe deſſelben hinab führte. Sie trat ein wenig näher und wurde ermuthigt, weiter zu ſchreiten, als ſie rohe Tritte in den Felſen gehauen und einen ge⸗ wölbten Gang fand, welcher da und dort mit ſilbernen Lampen erhellt war, welche zumal Licht und lieblichen Duft ausſtrömten. Sie wagte ſich weiter und kam zu⸗ letzt an einen großen Saal, welcher in der Tiefe des Berges eingehauen und prachtvoll im mauriſchen Style ausgeſchmückt und durch Lampen von Silber und Cry⸗ ſtal erleuchtet war. Hier ſaß auf einer Ottomane ein alter Mann in mauriſcher Tracht, mit einem langen weißen Barte, ſchläfrig nickend und einen Stab in der Hand baltend, der ihm ſtets aus den Fingern ſchlüpfen zu wollen ſchien. In einiger Entfernung ſaß eine ſchöne Dame in altſpaniſcher Tracht, mit einer kleinen von Diamanten ganz funkelnden Krone, die Locken mit Per⸗ len durchflochten und einer ſilbernen Laute ſaufte Töne entlockend. Die kleine Sanchica erinnerte ſich nun einer Geſchichte, welche ſie von den alten Leuten der Alhambra hatte erzählen hören und welche eine gothiſche Prin⸗ zeſſin betraf, die ein alter arabiſcher Zauberer in die Mitte des Berges eingeſchloſſen hatte, wo ſie ihn durch die Gewalt der Muſik in einen magiſchen Schlaf ge⸗ bannt hielt.
Die Dame hielt erſtaunt inge, als ſie eine Sterb⸗
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