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Die Alhambra, oder das neue Skizzenbuch / von Washington Irving
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mehr Klang hervor, als wenn ihre Hufen mit Filz be⸗ legt geweſen wären, und die Reiter waren alle blaß wie der Tod. Unter ihnen ritt eine ſchöne Dame mit einer Krone auf dem Haupt und langen, goldnen, mit Perlen durchflochtnen Locken. Die Schabrake ihres Zelters war von Scharlachſammt mit Gold geſtickt und ſchleifte auf dem Boden. Aber ſie ritt ganz troſtlos dahin, und hef⸗ tete ihre Augen ſtets auf den Boden.

Dann ſolgte ein Zug von prachtvoll in Gewänder und Turbane von verſchiedenen Farben gekleideten Höſ⸗ lingen, und in ihrer Mitte ritt auf einem weißen Roſſe König Boadbdil el chico, in einem königlichen mit Ju⸗ welen bedeckten Mantel und eine von Diamanten fun⸗ kelnde Krone auf dem Haupte. Die kleine Sanchica er⸗ kannte ihn an ſeinem gelben Bart und der Aehnlichkeit mit ſeinem Portrait, das ſie oft in der Gemälde⸗Gale⸗ rie des Generalife geſehen hatte. In Staunen und Be⸗ wunderung ſah ſie auf dieſes königliche Gepränge, das glänzend unter den Bäumen vorüber zog; aber obgleich ſie wußte, daß dieſe Monarchen und Höflinge und Krie⸗ ger, die ſo blaß und ſo ſtumm, außer dem gewöhnlichen Kreis der Natur, und Zauber⸗ und Hexenwerk waren, ſchaute ſte doch kühnen Herzens auf ſie, ſolcher Muth gab ihr der geheimnißvolle Talisman der Hand, der um ihren Hals hing.

Als der Reiterzug vorüber war, ſtand ſie auf und folgte. Er ging durch das große Thor der Gerechtigkeit, das weit offen ſtand; die alten Invaliden, welche die Wache hatten, lagen auf den Steinbänken des Thurms,