Gedanken uͤber die mauriſche Herr⸗ ſchaft in Spanien.
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Einer meiner Lieblingsplätze iſt der Balkon des mitt⸗ lern Fenſters des Saales der Geſandten, in dem ſtolzen Thurme des Comares. Ich hatte mich eben dort nieder⸗ geſetzt und mich des Schluſſes eines langen glänzenden Tages gefreut. Wie die Sonne hinter die blauen Berge von Alhama niederſank, ſandte ſie einen Glanzſtrom das Darro⸗Thal hinauf, welcher eine melancholiſche Pracht über die röthlichen Thürme der Alhambra verbreitete, während die Vega, mit einem leichten ſchwuͤligen Dunſt, der die Strahlen der Abendſonne auffing, bedeckt, in der Ferne wie ein goldener See dalag. Kein Lufthauch ſtörte die Stille der Stunde; und obgleich dann und wann der ſchwache Klang, von Muſik und Luſt aus den Gärten des Darro aufſtieg, machte dies die Grabesſtille des Gebäudes, das mich überſchattete, nur noch eindring⸗ licher. Es war eine jener Stunden und Scenen, denen das Gedächtniß eine faſt magiſche Gewalt anheim gibt, und ſeine zurückblickenden Strahlen, wie die Abendſonne, die dieſe zerbröckelnden Thürme überglänzt, zurückſendet, um die Herrlichkeiten der vergangenen Zeit zu beleuchten. Wie ich die Wirkung des ſinkenden Tageslichtes auf dieſe mauriſchen Gebäude betrachtete, wurde ich zur Er⸗ wägung des leichten, zierlichen und üppigen Charakters,


