Brunnen und unerſchöpflichen Bäche. Dieſe herrliche Gebirgsmaſſe gibt Granada jene Verbindung von Won⸗ nen, die in einer Stadt des Südens ſo ſelten ſind: die friſche Vegetation und die gemäßigten Lüfte des nörd⸗ lichen Klimas mit der belebenden Kraft einer tropiſchen Sonne und dem wolkenloſen Azur eines ſüdlichen Him⸗ mels. Dieſer luftige Schnee Schatz iſt es, der, nach dem Verhältniſſe der ſteigenden Sommerhitze ſchmelzend, durch jede Schlucht und Spalte der Alpuxarras Bäche und Ströme niederſendet und ſmaragdnes Grün und Frucht⸗ barkeit in einer ganzen Kette glücklicher und abgeſchloſ⸗ ſener Thäler verbreitet.
Man darf dieſe Berge wohl die Glorie von Gra⸗ nada nennen. Sie beherrſchen die ganze Ausdehnung von Andaluſten und können von ſeinen fernſten Theilen geſehen werden. Der Maulthiertreiber begrüßt ſie, wann er ihre eiſtge Spitzen auf dem heißen Boden der Ebene erblickt; und der ſpaniſche Matroſe ſieht auf dem Deck ſeiner Barke, fern, fern auf dem blauen Schooße des mittelländiſchen Meeres mit ſinnigem Auge auf ſie, denkt an das ergötzliche Granada und ſingt mit leiſer Stimme eine alte Romanze von den Mauren.
Doch genug— die Sonne ſteht hoch uber den Ber⸗ gen und ergießt ihre vollen Strahlen auf unſere Häupter. Schon iſt das hohe Dach des Thurmes heiß unter un⸗ ſern Füßen: laß uns es verlaſſen, niederſteigen und unter den Arkaden an der Löwenquelle uns erfriſchen.
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