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abertreffen ſollte. Bei all ſeiner Größe und ſeinem ar⸗ chitektoniſchen Werth erſchien es uns wie eine anmaßende Aufdringlichkeit; wir gingen vorüber und traten in ein einfaches anſpruchloſes Portal, das in das Innere des mauriſchen Palaſtes führte.
Der Uebergang war beinahe magiſch; es ſchien als wären wir plötzlich in andere Zeiten und in ein anderes Reich verſetzt und beträten die Szenen der arabiſchen Geſchichte. Wir fanden uns in einem großen Hofe, mit weißem Marmor gepflaſtert und an jedem Ende mit leichten manriſchen Säulengängen geziert: er heißt der Hof der Alberca. In der Mitte war ein großes Baſin, oder ein Fiſchteich, 130 Fuß lang und 30 Fuß breit, mit Goldſiſchen beſetzt und von Roſenhecken begrenzt. An dem obern Ende dieſes Hofes ſtieg der große Thurm bes Comares empor.
Aus dem untern Ende gingen wir durch einen mau⸗ riſchen Thorweg in den berühmten Löwenhof. Kein Theil des Gebäudes gibt uns eine vollkommnere Idee von der urſprünglichen Schönheit und Pracht, als dieſes, denn 4 keiner hat von den Verwüſtungen der Zeit weniger ge⸗ litten. In der Mitte iſt der in Liedern und der Ge⸗ ſchichte berühmte Brunnen. Die Alabaſter Baſins er⸗ gießen noch ihre Diamant⸗Tropfen: und die zwölf Lö⸗ wen, welche ſie tragen, ſpenden ihre Kryſtal⸗Ströme wie zu den Zeiten Boabdil's. Der Hof iſt mit Blumen⸗ Beeten ausgelegt und von leichten arabiſchen Arkaden von durchbrochener Gold⸗Arbeit umgeben, welche von leichten weißen Marmorſäulen getragen werden. Eher Eleganz als Größe charakteriſirt die Architectur hier,


