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Thuͤre war verſchloſſen, aber an einem Fenſter waren zwei junge Sennora's. Ich näherte mich und bettelte:„Per- don usted eon Dios, hermano“(entſchuldigt uns um Gottes willen, Bruder), und das Fenſter ſchloß ſich. Ich kroch aus dem Hofe, aber der Hunger übermannte mich und meine Kraft brach. Ich glaubte, meine letzte Stunde ſey gekommen, legte mich drum an dem Thore nieder, empfahl mich der heiligen Jungfrau und verhüllte mein Haupt, um zu ſterben. Nach einer Weile kehrte der Herr des Hauſes zurück; da er mich an ſeinem Thore liegen ſah, enthüllte er mein Haupt, fühlte Mit⸗ leid mit meinem grauen Haare, nahm mich in ſein Haus und gab mir zu eſſen. So ſehen Sie, Sennores, daß man ſtets Vertrauen in den Schutz der Jungfrau ſetzen ſollte.“
Der alte Mann war auf dem Weg zu ſeinem Ge⸗ burtsort, Archidona, das ganz nahe, auf dem Gipfel eines ſteilen und rauhen Berges lag. Er zeigte auf die Ruinen eines alten mauriſchen Schloſſes.„Dieſes Schloß,“ ſagte er⸗„wurde zur Zeit der Kriege von Granada von einem mauriſchen König bewohnt. Die Königin Iſabelle umzingelte es mit einem großen Heere; aber der König blickte aus ſeinem Schloſſe in den Wol⸗ ken nieder, und lachte ihrer höhniſch. Darauf erſchien die Jungfrau der Königin, und fuhrte ſie und ihr Heer einen geheimnißvollen Pfad in den Bergen empor⸗ wel⸗ chen vorher noch niemand gekannt hatte. Als der Maure ſie kommen ſah, war er erſtaunt, ſprang mit ſeinem Pferde von einer Klippe und wurde zerſchmettert. Am
Rande des Felſens,“ ſagte der alte Mann,„ſieht man


