trefflichen Malagawein. Er nahm dieß erkenntlich an, doch ohne den kriechenden Tribut der Dankbarkeit. Als er den Wein verſucht hatte, hielt er ihn, mit einem leich⸗ ten Strahl des Erſtaunens in ſeinem Auge, gegen das Licht; dann leerte er den Becher auf einen Zug.„Es ſind viele Jahre,“ ſagte er,„daß ich ſolchen Wein nicht gekoſtet habe. Er thut dem Herzen eines alten Mannes wohl.“ Und dann auf das ſchöne Waizenbrod ſchauend: „Bendito sea tal pan“(geſegnet ſey ſolches Brod). Bei dieſen Worten ſteckte er es in ſeine Taſche. Wir dran⸗ gen in ihn, es ſogleich zu eſſen.„Nein, Sennores,“ ſagte er,„den Wein mußte ich trinken, oder hier laſſen; aber das Brod muß ich für meine Familie mit nach Hauſe nehmen.“.
Unſer Freund Saucho ſuchte unſer Ange, und da er darin die Erlaubniß las, gab er dem Alten etwas von den reichen Reſten unſers Mahls, jedoch unter der Be⸗ dingung, daß er ſich niederſetze und eſſe.
Er nahm alſo ſeinen Sitz in einiger Entfernung von uns, und begann laugſam und mit einer Nüchteruheit und einem Anſtand zu eſſen, der einem Hidalgo Ehre gemacht hätte. Es war etwas Gemeſſenes, eine ruhige Selbſtbeherrſchung in dem alten Mann, die mich glau⸗ ben ließ, er habe beſſere Tage geſehen. Auch ſeine Sprache hatte, obſchon ſie einfach war, gelegentlich etwas ma⸗ leriſches und faſt poetiſches in der Ausdrucksweiſe. Ich hielt ihn für einen herabgekommenen Adligen. Ich irrte mich; es war nichts als die angeborne Sittenfeinheit des Spaniers, und die poetiſche Wendung der Gedan⸗ ken und Worte, wie man ſie oft in den niedrigſten Klaſ⸗
——————.


