auf das Gras und lachte wie ein Kind. Dem einfach⸗ gutmüthigen Burſchen gefiel nichts mehr, als wegen ſei⸗ ner Leckerhaftigkeit mit dem berühmten Knappen des Don Quixote verglichen zu werden. Er war in der Ge⸗ ſchichte des Don ſehr beleſen, und hielt ſie, wie die mei⸗ ſten gemeinen Leute in Spanien, für eine wahre Hiſtorie.
„Alles das hat ſich aber doch vor langer Zeit zuge⸗ tragen, Sennor?“ fragte er mich eines Tages mit for⸗ ſchendem Blick.
„Vor ſehr langer Zeit,“ war die Antwort.
„Ich glaube wohl, vor mehr als tauſend Jahren?“ immer noch zweifelhaft ausſehend.
„Ich glaube wohl nicht weniger.“
Der Knappe war zufrieden geſtellt.
Während wir, wie geſagt, unſer Mahl hielten, und uns an dem einfach drolligen Weſen unſers Knappen be⸗ luſtigten, näherte ſich uns ein Bettler, der faſt das Aus⸗ ſehen eines Pilgers hatte. Er war augenſcheinlich ſehr alt, hatte einen grauen Bart und ſtützte ſich auf einen Stab, doch hatte das Alter ihn noch nicht gebeugt; er war groß und grade, und zeigte die Trümmer einer ſchönen Geſtalt. Er trug einen runden andaluſiſchen Hut, eine Jacke von Schafspelz und lederne Hoſen, Ka⸗ maſchen und Sandalen. Seine Kleidung war alt und geflickt, aber anſtändig, ſein Benehmen männlich; er re⸗ dete uns mit jener ernſten Höflichkeit an, die man bei dem niedrigſten Spanier bemerkt. Wir waren in einer für ſolchen Beſucher günſtigen Stimmung, und gaben ihm in einem Anfall launenhafter Milde etwas Silber, ein ſchönes Waizenbrod und einen Becher von unſerm


