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ſtrömen ausgewaſchen, der heimliche Pfad der Schmugg⸗ ler; während da und dort das bedeutungsvolle Kreuz, das Denkzeichen einer Räuberei oder eines Mordes, auf einem Steinhaufen an irgend einem einſamen Theil des Weges errichtet, den Reiſenden ermahnt, daß er im Be⸗ reich von Banditen, vielleicht in dieſem Augenblick unter den Augen eines lauernden Bandolero iſt. Zuweilen ſetzt ihn, wenn er ſich durch die engen Thäler windet, ein rauhes Gebrüll in Erſtaunen und er ſleht über ſich, auf einem grünen Einſchnitt der Bergſeite, eine Heerde wilder andaluſiſcher Stiere, die zum Kampfe der Arena beſtimmt ſind. Es iſt etwas Schauerliches in dem An⸗ blick dieſer furchtbaren Thiere, mit ſchreckenhafter Kraft begabt und, faſt Fremdtinge dem Antlitze des Menſchen, in ungezähmter Wildheit ihre heimathlichen Weiden durch⸗ ſtreifend; ſte kennen niemand, als den einſamen Hirten, der ſte hütet und er ſelbſt wagt es zu Zeiten nicht, ihnen nahe zu kommen. Das tiefe Brüllen dieſer Stiere und ihr drohendes Ausſehn, wenn ſie von der Felſenhöhe nie⸗ der blicken, erhöht die Wildheit der rauhen Scenerie umher. Ich habe mich unwillkührlich verleiten laſſen, bei den allgemeinen Zügen des Reiſens in Spanien länger zu verweilen, als meine Abſicht war. Es iſt aber etwas Romantiſches in jeder Erinnerung an die Halbinſel und die Einbildungskraft ſcheidet ungern davon.
Am erſten Mai verließen mein Gefährte und ich Sevilla, um nach Grauada zu gehen. Wir hatten alle Vorbereitungen getroffen, welche eine ſolche Reiſe durch gebirgige Gegenden, wo die Wege wenig mehr als bloße


