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Die Alhambra, oder das neue Skizzenbuch / von Washington Irving
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decken, während, bei'm Vorüberziehen, der ſtets bereite Trabuco hinter den Päcken und Sätteln, die unſicher⸗ heit der Straße andeutet. 3

Das alte Königreich Granada, in welches wir nun eintreten, iſt eines der bergigſten Länder Spaniens. Weite Sierras, oder Gebirgsketten, ohne Strauch oder Baum, farbig von mannigfachen Marmorn und Grani⸗ ten, erheben ihre ſonnverbrannten Gipfel gegen einen tief blauen Himmel; allein in ihren ſchroffen Gründen liegen die grünſten und fruchtbarſten Thäler eingeklüftet, wo Wüſte und Garten um den Vorrang ſtreiten und ſelbſt der Fels gezwungen ſcheint, Feigen, Orangen und Zitronen zu ſpenden und ſich mit der Myrthe und der Roſe zu ſchmücken.

Der Anblick ummauerter Städte und Dörfer, die wie Adlerneſter an den Klippen hängen und von mauri⸗ ſchen Zinnen umgeben ſind, oder von zerfallenden Wart⸗ thürmen, die auf luftigen Kuppen thronen, führen in den wilden Päſſen dieſer Berge den Geiſt in die ritter⸗ liche Zeit des chriſtlichen und mahomedaniſchen Kriegsle⸗ bens und zu dem romantiſchen Kampf um Granada's Eroberung zurück. Der Reiſende muß, wenn er dieſe hohe Gebirge durchzieht, abſteigen und ſein Pferd die ſteilen und eingekerbten Pfade, die bergan und thalab führen und den zerbrochenen Stufen einer Treppe glei⸗ chen, auf und nieder leiten. Zuweilen windet ſich der Weg ſchwindlige Abgründe entlang, ohne ein Geländer, das ihn vor der Tiefe unten ſchützt, und ſtürzt dann tiefe, dunkle und gefährliche Abhänge nieder. Zuweilen geht er durch rauhe Barrancas, oder Schluchten, von Winter⸗