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ſo dürfte das Richtige immer leicht zu finden ſein. Was
die wenigen Namen anbelangt, die nur in der proſa vorkommen, ſo hat Camporéal den Ton auf der erſten und dritten Sylbe; in Priégo, Olmedo und Onate wird die zweite Sylbe betont; in den letztgenannten Namen endlich wird das n flüßig(wie in dem franzöſiſchen Worte: Lorgnette) ausgeſprochen.
Ich habe meiner Üüberſetzung zwei Seenen in Proſa eingeflochten, welche im Original metriſch wie die andern gehalten ſind, und fand mich hiezu durch den Inhalt derſelben veranlaßt. Ich meine die häusliche Scene, in welcher die Königin zum erſtenmale erſcheint, und weiter⸗ hin die Scene des Miniſterſtreites. Für beide eignet ſich, nach meinen Begriffen von Rhythmus, der ſpröde ſtrenggemeſſene Vers des Deutſchen nicht: er würde ihnen den leichten Fluß, die Präciſion rauben. Mit dem Origi⸗ nal iſt's ein anderes. Die franzöſiſche Sprache, welche die Sylben nur zählt und nicht nach ihrer Länge und Kürze abwiegt, iſt in ſolchen metriſchen Fällen weit füg⸗ ſamer, ihr Vers läßt ſich ſo leicht wie Proſa ſprechen, und dieſer gewinnt durch den Reim vollends den Anſtrich einer Pointe,— was bei dem ernſteren Gange der deut⸗ ſchen fünffüßigen Jamben faſt unmöglich iſt: abgeſehen davon, daß ſich gewiſſe politiſche Zänkereien und Budget⸗ diskuſſionen im deutſchen Verſe gar ſonderbar ausnehmen würden.
Ferner fühle ich mich verpflichtet zu erwähnen, daß


