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Ruy Blas : Drama in fünf Handlungen / von Victor Hugo. Dt. von C. Dräxler-Manfred
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(In Lachen ausbrechend.) Meinen Lakai gab ich Euch zum Geliebten. Ihr könnt ihn auch heiraten, ja gewiß: Der König gibt es zu. Sein Herz wird Euer Reichthum. Ihr habt alsdann zum Herzog ihn Gemacht um ſelber Herzogin zu werden. (Die Zähne knirſchend.) Vernichtet habt Ihr mich, gedemüthigt, Zu Füßen hingeſtreckt und Ihr, Ihr konntet So ruhig ſchlafen! Thörin, die Ihr war't! (Während er ſprach iſt Ruy Blas an die Thüre des Hintergrunds gegangen und hat ſie von innen wohl verſchloſſen; dann nähert er ſich unbemerkt und lang⸗ ſam Don Salluſt von rückwärts. Während dieſer den vernichtenden und triumphirenden Blick auf die Königin heftet, reißt er von hinten dem Marquis den Degen aus der Scheide.) Ruy Blas (den Degen in der Hand, fürchterlich.) Ich glaub' Ihr wagt es, Eure Königin Hier zu beſchimpfen! (Don Salluſt ſtürzt gegen die Thüre, die ihm Ruy Blas vertritt.) 3 Nicht dahin! Es lohnt Der Mühe nicht; geſchloſſen iſt ſie längſt. Marquis, bis heut hat Satan dich beſchützt, Doch jetzt dich meinen Händen zu entreißen, Erſchein' er ſelbſt. Jetzt iſt die Reih' an mir.