Blas nur die letztgenannte Idee, die dramatiſche, den Bedienten,— und ſie hat ihrerſeits Recht.
Was hier von Ruy Blas bemerkt wurde, gilt wohl auch von jedem anderen Werke. Die Werke unſerer gerühmteſten Meiſter bieten mehr als einen Anſchauungs⸗ punkt, von dem ſie ſtudirt werden können. Tartüffe macht die Einen lachen, die Andern beben; Tartüffe iſt die häusliche Schlange, oder der Heuchler, oder die Heuchelei; bald iſt er ein Menſch, bald eine Idee. So iſt Othello für Den ein Schwarzer, der eine Weiße liebt, für Jenen ein Emporkömmling, der eine Patrizierstochter heiratet, für den Einen ein Eiferſüchtiger, für den Andern die Eiferſucht. Und dieſe zuläſſige Verſchiedenheit der An⸗ ſchauungen ändert doch nichts an der Grundidee der Compoſition. Wir bemerkten ſchon anderswo: Tauſend Zweige und ein einziger Stamm.
Daß der Verfaſſer ſich die Ausmittlung der hiſto⸗ riſchen Bedeutung ſeines Dramas ſo ſehr angelegen ſein ließ, rührt wohl hauptſächlich daher, weil ſich nach allge⸗ meinem hiſtoriſchen Begrife Ruy Blas gewiſſermaßen an Hernani anknüpft. In beiden ſchreiten die Ange⸗ legenheiten des Adels dicht neben den Beziehungen des Königthums einher. Nur mit dem unterſchiede, daß in
3 Hernani, wo das abſolute Königthum noch nicht ganz
beſteht, der Adel dagegen ankämpft. bald mit Stolz, bald


