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loſigkeit; Ruy Blas iſt das Genie und die Leidenſchaft, unterdrückt durch die Stellung, und um ſo höher auf⸗ brauſend, je ſtärker der Druck geweſen; die Königin endlich iſt die Tugend, untergraben durch Langeweile.
Und wieder vom einzig literariſchen Geſichtspunkte aus beſchaut, wechſelt die Idee, die hier Ruy Blas heißt, ihr Anſehen. Die drei Hauptformen der Kunſt werden darin verkörpert und vereinigt erſcheinen. Don Salluſt wird das Drama, Don Cäſar das Luſtſpiel, Ruy Blas die Tragödie repräſentiren. Das Drama legt den Knoten an, das Luſtſpiel knüpft, die Tragödie zerſchneidet ihn.*
Alle dieſe Anſichten ſiud wahr und richtig; aber ein⸗ zeln betrachtet, iſt keine derſelben erſchöpfend. Die abſo⸗ lute Wahrheit liegt nur in der Geſammtauffaſſung. Fände Jeder darin, was er ſucht, ſo hätte der Dichter ſeine Abſicht erreicht. Die philoſophiſche Idee von Ruy Blas iſt: das Volk nach höheren Regionen ſtrebend; die rein menſchliche: der Mann, der ein Weib liebt; die drama⸗ tiſche: der Bediente, der ſeine Augen bis zur Königin erhebt. Die Menge, die ſich alle Abende vor dieſem Stücke herumdrängt,(weil in Frankreich den Verſuchen eines Talents, welcher Art ſie auch ſein mögen, nie die öffentliche Aufmerkſamkeit fehlt) die Menge ſieht in Ruy


