— 11—
philoſophiſch⸗hiſtoriſchen Standpunkt aus verſinnlichen ſoll. Dieſen vier Perſonen könnte man vielleicht noch eine fünfte beifügen, König Karl II. Aber in der Geſchichte wie in dieſem Drama iſt Karl II. von Spanien keine Geſtalt, ſondern blos ein Schatten.
Jetzt drängt es uns nur noch zu ſagen, daß alles dies keine Erklärung zu Ruy Blas geben, ſondern nur den Geſichtspunkt dafür ausmitteln ſoll. Der dem Ver⸗ faſſer erwünſchte Eindruck findet ſich vielleicht dann von ſelbſt, wenn ein aufmerkſames und gewiſſenhaftes Auge die Arbeit von dieſer Seite prüft. Leider nur gewährt eine Idee, wie ein Berg, leicht verſchiedene Anſichten. Alles kommt auf den Ort an, wo der Beſchauer ſteht. Geſtatte man uns nur um der Deutlichkeit willen ein etwas zu ehrgeiziges Gleichniß. Der Montblanc von Croix de Flecheres aus betrachtet, ſcheint nicht dem Mont⸗ blane zu gleichen, wie man ihn von Salenches ſieht. Und es iſt doch immer der Montblanc.
So wird, um von Großem zu Kleinem zu übergehen, dieſes Drama, deſſen hiſtoriſche Bedeutung zu ermitteln wir jetzt bemüht waren, eine ganz andere Geſtalt gewin⸗ nen, wenn man es von einem höheren Geſichtspunkte, von dem der rein menſchlichen Tendenz betrachtet. Dann iſt Don Salluſt der abſolute Egoismus, die Sorge ohne Raſt; Don Cäſar das Gegenſpiel, theilnahmloſe Sorg⸗


