Der Verfaſſer dieſer Sammlung gehört nicht zu Denjenigen, die der Kritik das Recht einräumen, den Dichter über ſeine Phantaſie zur Rechenſchaft zu ziehen und ihn zu fragen, warum er jenen Gegenſtand gewählt, dieſe Farbe gerieben, von jenem Baume gepflückt, aus dieſer Quelle geſchöpft habe. Iſt das Werk gut oder- ſchlecht? Das iſt das ganze Gebiet der Kritik. Uebrigens weder Lob noch Tadel für die angewandten Farben, ſondern allein hinſichtlich der Weiſe, in welcher ſie ange⸗ wandt wurden. Betrachtet man die Sache von einem etwas höhern Standpunkte aus, ſo gibt es in der Poeſie weder gute noch ſchlechte Gegenſtände, wohl aber gute und ſchlechte Dichter. Uebrigens iſt Alles Gegenſtand; Alles geht bei der Kunſt zu Lehen; Alles hat Bürger⸗ recht in der Dichtkunſt. Bekümmern wir uns alſo nicht um das Motiv, das dieß oder jenes Süjet wählen ließ, traurig oder luſtig, ſchrecklich oder gefällig, glänzend oder dunkel, ſeltſam oder einfach, eher als ein anderes. Unterſuchen wir, wie man gearbeitet hat, nicht worauf oder warum.
Außerhalb dieſes Kreiſes hat die Kritik keine Urſache zu fragen, der Dichter keine Rechenſchaft abzulegen. Was ſoll die Kunſt mit Gängelbändern, Handſchellen,


