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Oden und vermischte Gedichte / Victor Hugo. Dt. von Ferdinand Freiligrath
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Nit gift'gem Blicke ſchielt' hingegen

Der Neid das Geld an, biß die Lippen ſich, Und ſprach(er hätte berſten mögen!):

Er hat zu viel, denn weniger hab' ich.

So, Jeder voll von ſchnöden Wünſchen, geh'n ſie;

Auf einmal die Begierde ſeh'n ſie,

Die Göttin, die allein jedweden Wunſch gewährt, und Jedem geben kann, was er begehrt.

Sie ſpricht zu ihnen:Meine Herr'n!

Traun, ich beſitze viel, und dien' euch gern!

So wählt euch denn aus meinen Schätzen da, Gold, Schönheit, Ruhm et cactera!

Wählt und dieß wiſſet noch, ihr guten Leute: Weß Mund zuerſt dieß oder das begehrt,

Dem wird, was er auch wünſchen mag, beſcheert; Allein das Doppelte bekommt der Zweite! Nun denkt euch das Entſetzen Beider,

Als ſo erregt ward ihre Gier!

Was hättet ihr gethan, ihr Geizigen, ihr Neider? Leis murrte Jeder:was denn helfen mir

All' deine Kronen, alle deine Gaben?

Ein Andrer wird das Doppelte ja haben! Da ſitzt der Haken! Beide ſchwanken, Und ſinnen unentſchloſſen fort;

Gern wäre die Begierde wohl vom Ort; Sie zürnt, verwünſcht ſie in Gedanken, Und harrt vergebens auf das erſte Wort.