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Der Geiz und der Neid. Erzählung.
Der Geiz einſt mit dem Neide ſtrich
Durch das Gefilde;— ſie begaben ſich,
Gleichviel zu wem!(doch war's ihm nicht Gewinn!) Zu dir, zu mir, zu Jenem— kurz und gut,
Sie gingen, ich weiß nicht wohin,
Wie es der Reiher in der Fabel thut.*)
Zwar Brüder, liebte keiner doch den andern;
So ſchweigend denn auch heute wandern
Sie durch das Feld. Der Geiz, gebückt,
Sieht nach dem Kaſten oft, der ſeinen Nacken drückt, Dem eiſernen, für den er allzeit zittert.—
Der Neid auch ſicher ſah ihn an, erbittert,
Daß nicht auch er ſo viele Thaler trug.
Herr Geiz, der nimmerſatte Thor,
Sprach unterwegs zu ſeiner Qual ſich vor:
„Ich habe wahrlich doch noch nicht genug!“
*½) Von Lafontaine: Un jour sur ses longs pieds allait je ne sais ou
Le héron au long bec etc. D. Ueberſ.
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