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Oden und vermischte Gedichte / Victor Hugo. Dt. von Ferdinand Freiligrath
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tigen Gewürme zum Schlupfwinkel dienen. Das iſt allerdings ein Unglück; aber wenn wir einmal wäͤhlen müſſen, ſo iſt uns doch ein Krokodill lieber als eine Kröte, ſo ziehen wir doch eine Barbarei Shakeſpeare's einer Abgeſchmacktheit Campiſtron's vor.

Sehr wichtig iſt es, feſtzuſetzen, daß in der Lite⸗ ratur, wie in der Politik, die Ordnung auf eine wun⸗ derbare Weiſe mit der Freiheit ſich vereinigt; ſie iſt ſelbſt das Reſultat der Freiheit. Uebrigens muß man ſich wohl hüten, die Ordnung mit der Regelmäßigkeit zu verwechſeln. Die Regelmäßigkeit hat es blos mit der äußern Form zu thun; die Ordnung hingegen geht aus der Tiefe der Dinge ſelbſt hervor, aus der verſtändigen Anordnung der innerlichen Elemente eines Gegenſtandes. Die Regelmäßigkeit iſt materielle und rein menſchliche Kombination; die Ordnung iſt ſo zu ſagen göttlich, Dieſe beiden, ihrem Weſen nach ſo verſchiedenen Eigenſchaften werden häufig die eine ohne die andere angetroffen. Eine gothiſche Kathedrale zeigt in ihrer naiven Unregel⸗ mäßigkeit eine bewundernswürdige Ordnung; unſere franzöſiſchen Gebäude, auf die man linkiſch genug die griechiſche oder römiſche Architektur angewandt hat, bie⸗ ten nur eine regelmäßige Unordnung dar. Ein gewöhn⸗ licher Menſch wird immer ein regelmäßiges Werk her⸗ vorbringen können; nur die großen Geiſter ſind es, die eine Kompoſition zu ordnen wiſſen. Der Schöpfer, der aus ſeiner Höhe herab ſieht, ordnet; der Nachahmer, der, in der Nahe betrachtet, regelt; der Erſte verfährt nach

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