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Oden und vermischte Gedichte / Victor Hugo. Dt. von Ferdinand Freiligrath
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nicht: Wo iſt die Pracht? wo die Größe? wo die Schön⸗ heit? ſondern einfach: wo iſt die Ordnung? wo die Unordnung?— Dort eingezwängte, oder aus ihrem natürlichen Bette abgeleitete Gewäſſer, die nur ſpringen, um ſtill zu ſtehen; verſteinerte Götter; Bäume, die aus ihrem Mutterboden verpflanzt, ihrem Klima entriſſen, ihrer Geſtalt und ihrer Früchte beraubt, und gezwungen ſind, ſich der grotesken Laune der Scheere und der Schnur zu fügen; kurz, überall die natürliche Ordnung bekämpft, über den Haufen geworfen, zerſtört! Hier im Gegentheil gehorcht Alles einem unwandelbaren Geſetze; ein Gott ſcheint in Allem zu leben. Die Waſſertropfen folgen ihrem Fall, und bilden Flüſſe, welche Meere bilden werden; das Geſäme wählt ſich ſein Erdreich, und zeugt den Wald. Jede Pflanze, jedes Geſträuch, jeder Baum entſteht in ſeiner Jahreszeit, wächſt an ſeinem Orte, bringt ſeine Frucht, und ſtirbt zu ſeiner Stunde. Das Unkraut ſelbſt iſt hier ſchön. Wir fragen noch einmal: Wo iſt die Ordnung? 1

Wählt alſo von dem, was der Gärtner, oder von dem, was die Natur hervorgebracht hat; von dem, was aus Konvention, oder von dem, was ohne Regel ſchön iſt; von einer künſtlichen Literatur oder von einer eigen⸗ thümlichen Poeſie! 4 3

Man wird uns einwenden, daß der jungfräuliche Forſt in ſeinen herrlichen Einſamkeiten tauſend gefähr⸗ liche Thiere verbirgt, während die moraſtigen Baſſins des franzöſiſchen Gartens höchſtens einigem gleichgül⸗