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Oden und vermischte Gedichte / Victor Hugo. Dt. von Ferdinand Freiligrath
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daß er mehr von ſeiner Seele in die Oden, mehr von ſeiner Einbildungskraft in die Balladen gelegt hat.

Uebrigens mißt er dieſen Claſſificationen keine gröſ⸗ ſere Wichtigkeit bei, als ſie verdienen. Viele Perſonen, deren Meinung von Gewicht iſt, haben geſagt, daß ſeine Oden keine Oden wären;— gut! Viele andere werden gewiß mit nicht weniger Recht behaupten, daß ſeine Balladen keine Balladen ſind;— auch gut! Man gebe ihnen einen Namen, welchen man wolle, der Ver⸗ faſſer unterſchreibt ihn im Voraus.

Bei dieſer Gelegenheit(aber ſeine eigenen, ſo unvoll⸗ kommenen und ſo unvollſtändigen Werke durchaus bei Seite ſetzend) wagt er einige Reflexionen.

Täglich, wenn von literariſchen Productionen die Rede iſt, hört man von der Würde dieſes oder jenes Genres ſprechen, von den Convenienzen eines zwei⸗ ten, von den Grenzen des einen, von den Freihei⸗ ten des andern: die Tragödie unterſagt, was der Roman erlaubt; das Lied geſtattet, was die Ode verbietet u. ſ. w. Der Verfaſſer dieſes Buches hat das Unglück, nichts von alle Dem zu verſtehen; er ſucht Sachen, und findet nur Worte darin. Es ſcheint ihm, daß das wirklich Schöne und Wahre überall ſchön und wahr iſt; was im Roman dramatiſch iſt, wird es auch auf der Bühne, was im Couplet lyriſch iſt, wird es auch in der Strophe ſein. Seiner Meinung nach gibt es in den Hervorbringungen des Geiſtes keinen andern Unter⸗ ſchied, als den zwiſchen Gut und Schlecht. Der Gedanke