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Oden und vermischte Gedichte / Victor Hugo. Dt. von Ferdinand Freiligrath
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falſches Genre einführte, welches man ſehr treffend das ſcholaſtiſche Genre genannt hat; ein Genre, welches gegenüber dem klaſſiſchen das iſt, was der Aberglaube und der Fanatismus gegenüber der Religion ſind, und welches heut zu Tage dem Triumph der wahren Poeſie nur durch die achtbare Autorität der berühmten Meiſter die Wage hält, bei denen es unglücklicher Weiſe Vorbilder findet. Man hat hierüber einige, unter ſich gleiche, Bei⸗ ſpiele dieſes falſchen Geſchmacks bei den entgegengeſetz⸗ teſten Schriftſtellern geſammelt; bei denen, welche die Scholaſtiker Klaſſiker, und bei denen, welche ſie Roman⸗ tiker nennen. Man hofft hierdurch zu zeigen, daß, wenn Calderon aus zu großer Unwiſſenheit hat ſündigen kön⸗ nen, Boileau ebenſowohl aus zu großem Wiſſen fehlen konnte, und daß man, wenn man bei'm Studium der Schriften dieſes letzteren gewiſſenhaft die der Sprache von dem Kritiker*) vorgeſchriebenen Regeln befolgen

*) Beſtehen wir auf dieſem Punkte, um denen, die nicht wohl ſehen, jeden Vorwand zu benehmen. Wenn es nützlich und zuweilen nothwendig iſt, einige verbrauchte Wendungen wieder aufzufriſchen, einige veraltete Aus⸗ drücke zu erneuern, und vielleicht noch den Verſuch zu machen, unſere Verſification durch die Fülle des Metrums und die Reinheit des Reims zu verſchönern, ſo kann man es nicht genug wiederholen, daß der Vervollkommnungs⸗ trieb ſich hiermit auch begnügen muß. Jede Neuerung, welche dem Weſen unſerer Proſodie und dem Genius unſerer Sprache entgegen iſt, muß als ein Attentat gegen die erſten Prinzipien des Geſchmacks bezeichnet werden.

Nach einer ſo offenen Erklärung wird es ohne Zweifel erlaubt ſein, den Hyperkritikern hier zu bemerken⸗