auch gern etwas anderes, als furchtſame Najaden vor Ludwig, von Gottes Gnaden Könige von Frankreich und Navarra, dem von ſeinen Feld⸗ und Hofmarſchällen Umringten, fliehen ſehn.
Man könnte mit Anführungen dieſer Art in's Un⸗ endliche fortfahren, aber es iſt unnütz, ihrer mehr zu geben. Wenn man unſere beſten Schriftſteller nicht ſelten auf dieſe Weiſe gegen die Wahrheit ſündigen ſieht, ſe muß man ſich nichtsdeſtoweniger hüten, ihnen ein Verbrechen daraus zu machen. Sie würden ſich aller⸗ dings darauf haben beſchränken können, die reinen For⸗ men der griechiſchen Gottheiten zu ſtudiren, ohne ihnen ihre heidniſche Attribute abzuborgen. Als man zu Rom einen Jupiter Olympius in einen St. Peter verwandeln wollte, fing man wenigſtens damit an, daß man dem Herrn des Donners den Adler zu ſeinen Füßen nahm. Doch, wenn man die unermeßlichen Dienſte in Erwägung zieht, welche unſre erſten großen Dichter der Sprache und den Wiſeenſchaften geleiſtet haben, ſo demü⸗ thigt man ſich vor ihrem Genius, und fühlt nicht die Kraft in ſich, ihnen Mangel an Geſchmack vorzuwerfen. Sicher iſt dieſer Mangel von den traurigſten Folgen geweſen, weil er in Frankreich, ich weiß nicht welch ein
ſein werden, ſo mögen ſie wiſſen, daß Niemand dieſen ausgezeichneten Geiſt aufrichtiger hochachtet, als der Ver⸗ faſſer dieſes Buches. Boileau theilt mit unſerm Racine das einzige Verdienſt, die franzöſiſche Sprache fixirt zu haben, was allein binreichen würde, um zu beweiſen, daß auch er einen ſchaffenden Genius hatte,


