deron die Soldaten des Heraclius, und Milton die Engel der Finſterniß ausrüſtet, wird in der Ode auf Na⸗ mur durch zehntauſend tapfere Alciden abge⸗ feuert, welche es die Wälle erſchüttern laſſen. Und, gewiß! weil die Alciden des Geſetzgebers auf dem Parnaß Kanonen löſen, ſo kann der Satan Mil⸗ ton's dieſen Anachronismus durchaus als ehrlichen Krieg betrachten. Wenn, in einem noch barbariſchen Zeitalter der Literatur, der Pater Lemoyne, Verfaſſer eines Gedichts auf den heiligen Ludwig, die Sicilianiſche Vesper durch die Hörner der ſchwarzen Eu⸗ meniden verkündigt werden läßt, ſo zeigt uns ein aufgeklärtes Jahrhundert den Odendichter Rouſſeau, wie er(in ſeiner Ode an den Grafen de Lue, deren lyriſcher Gang ſehr merkwürdig iſt) einen bis zu den Göttern treuen Propheten das Schick⸗ ſal um Rath fragen heißt; und wenn man die Nereiden lächerlich findet, mit denen Camoëéns die Gefährten da Gama's umgibt, ſo möchte man in Boi⸗ leau's berühmtem Uebergang über den Rhein*)
*) Die Wohldenkenden werden leicht einſehen, warum wir hier den Namen Boileau ſo häufig citiren. Verſtöße gegen den Geſchmack, bei einem Manne, der einen ſo reinen beſaß, haben etwas Ueberraſchendes, was ſie zu einem nützlichen Beiſpiele macht. Mangel an Wahrheit muß der Poeſte wohl ſehr zuwider ſein, da er ſelbſt die Verſe eines Boileau entſtellt. Was die übelwollenden Kritiker betrifft, welche dieſe Citationen als Mangel an Ehrfurcht gegen einen großen Namen zu deuten geneigt


