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Religion heiligt die Freiheit; wir haben Bürger. Der Glaube reinigt die Einbildungskraft; wir haben Dichter. In Allem zeigt ſich die Wahrheit wieder, in den Sitten, in den Geſetzen, in den Künſten. Die neue Literatur iſt wahr. Und was macht es aus, wenn ſie auch das Re⸗ ſultat der Revolution iſt? Iſt die Ernte weniger ſchön, weil ſie auf dem Vulkan zur Reife gedieh? Welche Beziehung findet ihr zwiſchen den Laven, die euer Haus verzehrten, und der Kornähre, die euch ernährt?
Die größten Dichter der Welt ſind nach großen öffentlichen Drangſalen aufgetreten. Ohne von den, ſtets von vergangenem oder zukünftigem Unglück inſpirirten, heiligen Sängern zu reden, ſehen wir Homer nach dem Falle Troja's und den Cataſtrophen von Argos, ſehen wir Virgil nach dem Triumvirat erſcheinen. Mitten in die Kämpfe der Guelfen und Ghibellinen geworfen, war Dante in die Acht erklärt, ehe er Dichter war. Milton träumte ſeinen Satan neben Cromwell. Corneille trat nach dem Morde Heinrich's IV. auf. Racine, Molière, Boileau hatten Theil an den Stürmen der Fronde genom⸗ men. Nach der franzöſiſchen Revolution erhebt ſich Cha⸗ teaubriand, und das Gleichgewicht iſt unverletzt geblieben.
Und ſtaunen wir nicht über dieſe merkwürdige Ver⸗ bindung zwiſchen den großen Epochen der Politik und den ſchönen der Literatur! In dem düſtern und Ehr⸗ furcht gebietenden Gange der Ereigniſſe, durch welche
ſich die Gewalt üher uns den Gewalten hienieden offen⸗ **


