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Oden und vermischte Gedichte / Victor Hugo. Dt. von Ferdinand Freiligrath
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VI

zeln erſchüttert, welche keinen Ruhm und keine Schande unangetaſtet gelaſſen, welche Alles entzweit und Alles vermiſcht hat, ſo zwar, daß ſie das Blutgerüſt im Schatten des Zeltes aufſchlug und das Beil in die Hut des Schwer⸗ tes gab; in der That, wenn nach einer entſetzlichen Be⸗ wegung, welche Nichts im Herzen der Menſchen zurück⸗ ließ, was ſie nicht empört, und Nichts in der Ordnung der Dinge, dem ſie nicht eine andere Stelle gegeben hätte; in der That, ſagen wir, wenn nach einem ſo wunderbaren Ereigniß keine Aendrung im Geiſt und im Charakter eines Volkes ſich zeigte, müßte man nicht grade dann erſtaunen, und mit einem Erſtaunen ohne Grenzen erſtaunenn... Hier tritt uns ein ſchein⸗ harer und bereits durch Männer von Talent und Anſehen mit achtbarer Ueberzeugung entwickelter Einwurf entgegen. Eben drum, ſagen ſie, weil dieſe literariſche Revo⸗ lution das Reſultat unſerer politiſchen Revolu⸗ tion iſt, beklagen wir ihren Triumph, verdammen wir ihre Werke. Dieſe Folgerung ſcheint uns unrichtig. Die gegenwärtige Literatur kann zum Theil das Reſul⸗ tat der Revolution ſein, ohne daß ſie deßwegen der Ausdruck derſelben wäre. Die Geſellſchaft ſo wie ſie durch die Revolution ſich darſtellte, hat ihre Literatur gehabt, fürchterlich und abgeſchmackt, wie die Revolution ſelbſt. Beide ſind mit einander geſtorben, und werden nicht wieder lebendig werden. In die Inſtitutionen, wie in die Wiſſenſchaften, kehrt die Ordnung zurück. Die