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lorene Paradies ein klaſſiſches, und die Hen⸗ riade ein romantiſches Gedicht ſein; indeſſen ſcheint es nicht, daß die beiden von Frau von Staël gebrauch⸗ ten Ausdrücke jetzt in dieſem Sinne verſtanden werden. In der Literatur, wie in allem Andern, gibt es nur ein Gut und ein Böſe, ein Schön und ein Häßlich, ein Wahr und ein Falſch. Nun iſt aber(ohne hier Ver⸗ gleichungen anſtellen zu wollen, welche der Beſchränkung und der Entwicklung bedürften) das Schöne*) bei Shakſpeare eben ſo klaſſiſch(wenn klaſſiſch ſo viel ſagen will, als, werth: ſtudirt zu werden) als das Schöne bei Racine, und das Falſche bei Voltaire eben ſo romantiſch(wenn romant iſch gleichbedeutend mit ſchlecht iſt), als das Falſche bei Calderon. Es ſind dies welche von den naiven Wahrheiten, welche eher Pleonasmen, als Axiomen gleichen; wie tief iſt man aber nicht genö⸗ thigt ſich herabzulaſſen, wenn man den Eigenſinn über⸗ zeugen und die Falſchheit aus der Faſſung bringen will? Man wird hier vielleicht einwenden, daß die beiden Loſungsworte ſeit einiger Zeit wieder in einer andern Bedeutung genommen werden, und daß gewiſſe Kritiker übereingekommen ſind, mit dem Namen klaſſiſch von nun an jedes Geiſteserzeugniß zu beehren, welches älter iſt, als unſere Epoche, während ſie das Epithet roman⸗
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*) Es iſt unnütz, zu erklären, daß dieſes Wort hier in ſei⸗ ner ganzen Ausdehnung gebraucht wird.


