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Oden und vermischte Gedichte / Victor Hugo. Dt. von Ferdinand Freiligrath
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wenigſtens ſchlecht gedeutet zu ſehen. Dies beſtimmt ihn heute, dieſer neuen Sammlung eine einfache und auf⸗ richtige Erklärung mit auf den Weg zu geben, durch die er ſich vor jedem Verdacht der Ketzerei in dem Streite, welcher das literariſche Publikum gegenwärtig in zwei Hälften theilt, ſicher zu ſtellen hofft. In der Literatur, wie im Staate, gibt es jetzt zwei Parteien, und es hat den Anſchein, als ob der poetiſche Krieg nicht minder hitzig geführt werden ſollte, als der geſellſchaftliche. Die beiden Heere ſcheinen begieriger auf's Schlagen, als auf's Unterhandeln zu ſein. Sie beſtehen hartnäckig darauf, nicht dieſelbe Sprache reden zu wollen; kein Wort geht über ihre Lippen, als nach innen die Loſung, als nach außen das Feldgeſchrei; das iſt nicht das Mittel, ſich zu verſtändigen.

Nichts deſtoweniger haben ſich ſeit einigerZeit ver⸗ ſchiedene Stimmen von Bedeutung unter den Rufern der beiden Heere erhoben. Zwiſchen die beiden Schlacht⸗ linien haben ſich mit weiſen Worten Vermittler geſtellt. Vielleicht werden grade ſie zuerſt geopfert werden, aber das macht nichts aus! In ihren Reihen will der Ver⸗ faſſer dieſes Buches einen Platz einnehmen, ſollte er auf demſelben auch beſchämt daſtehen müſſen. Er wird, wenn auch nicht mit derſelben Autorität, doch wenigſtens mit derſelben Redlichkeit ſeine Erörterungen anſtellen; wohl wiſſend, daß die ſeltſamſten Beſchuldigungen, die wunder⸗ lichſten Anklagen ſeiner warten. In der Verwirrung,